Warum Glonn ein Verkehrskonzept braucht
 
14 Thesen des Glonner Verkehrsvereins

Warum haben wir uns gegründet? Dies sind unsere Thesen zur Verkehrssituation in Glonn:

Thesen zur Belastung des Orts:

1. Die Verkehrsbelastung in Glonn ist überdurchschnittlich

Glonn ist vom Verkehr außerordentlich stark betroffen, weil 1 Staatsstraße und 2 Kreisstraßen mitten im Ort aufeinandertreffen und sowohl Fahrzeuge aus dem Ebersberger wie aus dem Rosenheimer Gebiet durch Glonn fahren. Hinzu kommt, dass alle Einfallsstraßen bergab gehen.


2. Eine Umgehungsstraße scheint ausgeschlossen

Weil Glonn umgeben ist von Naturschutzgebieten, wird der Markt – im Gegensatz zu anderen Gemeinden – in naher Zukunft keine Umgehungsstraße bekommen. Deshalb sollten wenigstens Maßnahmen ergriffen werden, welche die problematische Sicherheits-, Lärm- und Schadstofflage in Glonn entschärfen.


3. Die Baustruktur Glonns ist für eine stark befahrene Staatsstraße ungeeignet

Weil die Häuser an der Staatsstraße an mehreren Stellen sehr nah zusammenstehen, ist der Ort nicht für eine Staatsstraße dieses Ausmaßes geeignet. Auch die Bürgersteige sind zu schmal, um die Bürger ausreichend vor dem Verkehr auf der Staatsstraße zu schützen.


4. Die Glonner Bürger haben ihr Zentrum verloren

Das Verkehrsaufkommen kumuliert im Ortszentrum, so dass dieses seine eigentliche Aufgabe – ein Zentrum, in dem die Bürger gerne zusammenkommen – verliert. Die mangelhaften Angebote für Radfahrer (Wege, Parkmöglichkeiten) und Fußgänger (fehlende Bürgersteige) führen dazu, dass Glonner mit dem Auto ins Zentrum fahren. Darum ist der Marktplatz zu einem Parkplatz verkommen, der für Fußgänger und Radfahrer gefährlich ist. Auf diese Weise zerstört die Straße das Zentrum Glonns und das Miteinander der Glonner Bürger.

Zudem: Es besteht die Gefahr, dass zentral wohnende Glonner wegen der Verkehrsbelastung wegziehen (wie Bernhard Bredenhöller, Michael Kreutzer). Dies wiederum führt auf lange Sicht zu einer starken Veränderung der Glonner Prägung insgesamt.


5. Glonn ist beliebt bei Stau- und Mautflüchtlingen

Sobald auf der A8 Stau ist, wird es eng in Glonn. Selbst das Wochenende, das früher den lärmgeplagten Straßenanwohnern ein wenig Erholung brachte, wird von starkem Straßenverkehr bestimmt. Bisweilen stauen sich die Autos dann bis Ursprung.

Nachts passieren viele LKW Glonn und es liegt die Vermutung nahe, dass dies Mautflüchtlinge sind, die in Bad Aibling die A8 verlassen und in Haar wieder auf die A99 fahren. Wegen der eng gebauten Häuser ist der Lärm tags und nachts beträchtlich, und für die Anwohner eine große Belastung.


6. Es gibt keine Staatsstraßen-Alternativen für Radfahrer

Für Radfahrer ist es schwer, durch Glonn zu fahren. Es gibt keine ernsthafte Alternative zur Staatsstraße, die Sicherheit ist nicht ausreichend gewährleistet. Das gilt vor allem für Kinder.


7. In anderen Regionen und Bundesländern arbeiten Straßenbauämter anders

Wer in Baden-Württemberg wohnt, ist es gewohnt: Zahlreiche 30er-Zonen (auch auf Bundesstraßen) sowie jede Menge stationäre Blitzer. Auch in Bayern scheint es Regionen zu geben, deren Straßenbauämter angeblich offener sind, etwa das Münchener Straßenbauamt. Es wird berichtet, dass es um Donauwörth Bundesstraßen gibt, auf denen teils eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h gilt.

Thesen zur Belastung der Sicherheit und der Gesundheit:

8. Die Straße durch Glonn ist überdurchschnittlich laut

Wegen der engen Bebauung und des alten, vielfach renovierten Straßenbelags entsteht eine besonders hohe Lärmbelastung. Nicht nur für direkte Anwohner, sondern auch für Fußgänger und Bewohner „in der 2. Reihe“.


9. Die Staatsstraße gefährdet die Sicherheit, vor allem von Kindern und Senioren

Glonn ist bekannt für sein Altersheim und für seine Kinderbetreuungsangebote (das größte Kinderbetreuungsangebot im Landkreis). Doch gerade für diese Bürger wird nicht ausreichend für Sicherheit gesorgt. Zum Beispiel ist es kaum möglich, mit dem Rollstuhl vom Marienheim zum Marktplatz zu gelangen. Und der Bürgersteig am Gürteler-Haus ist dermaßen eng, dass er für einen sicheren Schulweg nicht geeignet, ja sogar gefährlich ist.


10. Bürger leiden an der Schadstoffbelastung, wegen der Tallage

Weil Glonn im Tal liegt, besteht die Gefahr einer besonderen Belastung durch Feinstaub und andere Schadstoffe, besonders bei Inversionswetterlagen. Dazu kommt: Bei uns gelten keine Plaketten. Alle Fahrzeuge – egal wie umweltschädlich – dürfen Glonn jederzeit passieren.

Thesen zum finanziellen Schaden, der durch die Verkehrssituation entsteht:

11. Die Straße schadet der Wirtschaft Glonns

Das im Zentrum ansässige Gewerbe profitiert nicht von dem Verkehrsaufkommen, weil es sich immer mehr um Durchgangsverkehr handelt. Die Annahme, dass mehr Verkehr zu mehr Geschäft führt, hat sich nicht bestätigt. Sie hat sich ins Gegenteil verkehrt.


12. Glonn verliert seine Attraktivität als touristischer Ort

Wegen der Naturschutzgebiete rundherum hat Glonn kaum Raum für Gewerbeansiedlungen und vergleichsweise niedrige Einnahmen. Der Tourismus hingegen, auch als Naherholungsgebiet für Münchener, könnte lukrativ für die Zukunft sein. Doch der zunehmende Verkehr gefährdet dieses Potential. Die Umgebung Glonns blüht zwar touristisch auf, etwa in Sonnenhausen, Hermannsdorf, Piusheim, Steinsee, Reisenthal – doch Glonn als Ort profitiert davon nicht.


13. Glonn Immobilien verlieren an Wert

Wegen des hohen Verkehrsaufkommens, des Lärms und der Schadstoffbelastung verlieren die Häuser an der Straße erheblich an Wert.


14. Die Kosten für einen Blitzer wären schnell amortisiert

Es gibt zwei neuralgische Zeiten des Glonner Verkehrs:

1. Zeiten niedriger Verkehrsbelastung – und damit die Zeit für schneller (zu schnell) fahrende Fahrzeuge. Besäße die Gemeinde einen eigenen Blitzer und würde sie zu entsprechenden Zeiten blitzen, wären die Kosten schnell amortisiert, vermuten wir. Ein solches Vorgehen wäre als verkehrserziehende Maßnahme sehr hilfreich. Die Verkehrsteilnehmer verinnerlichen nach einiger Zeit, dass in Glonn geblitzt wird und gehen automatisch vom Gas.

2. Zeiten besonders hoher Belastung durch den Berufsverkehr oder Staus auf der Autobahn. Auch hier könnte aus verkehrserzieherischen Gründen und aus Sicherheitsgründen geblitzt werden, vor allem an den Ein- und Ausfallstraßen.


Die 14 Thesen der IG-RVG stehen auch als PDF zum Download bereit:
Warum Glonn ein Verkehrskonzept braucht – 14 Thesen des Glonner Verkehrsvereins (PDF, 220 kByte)